5. Passageriten

 

Die klingonische Religion kennt verschiedene Passageriten an den unterschiedlichen Lebensabschnitten.

 

5.1 Das Jugendalter

Ritus des Aufsteigens

Ein junger Klingone muss bis zum Alter von 13 Jahren den Ritus des Aufsteigens durchgeführt haben, um als klingonischer Krieger akzeptiert zu werden. Hierbei handelt es sich sowohl um die Prüfung der Kampftechniken als auch um die Prüfung des Wissens über Kahless (TNG 173). Zu diesem Ritus wird dem jungen Klingonen sein erster ritueller Dolch überreicht (VOY 64) Zum zehnten Jahrestag dieses Ritus' kann ein Folgeritus durchgeführt werden, zu dem u.a. das Aushalten von Schmerzen gehört.

 

Darüber hinaus gibt es ein Ritual namens Kat'lath, das zu Ehren des ersten Blutvergießens eines jungen Menschen gefeiert wird (VOY 64).

 

Junge Klingoninnen bekommen in einer Zeremonie, sobald sie in das heiratsfähige Alter kommen, von ihrer Mutter das Jinaq überreicht, ein Armband aus dem Familienbesitz. Dies ist das Zeichen, dass die junge Frau sich nun einen Mann nehmen kann (TNG 142/143).

 

Visionssuche

Ebenfalls in der Jugend, aber bei Bedarf auch zu jeden anderen Zeitpunkt des Lebens, begeben sich junge Klingoninen auf eine Visionssuche, das sogenannte MajQa. Die Visionen werden dabei in den Lavahohlen von No'Mat erwartet. Die halluzinatorischen Effekte werden vermutlich durch die große Hitze in der Höhle ausgelöst. Als besonders kraftvoll gilt die Begegnung in der Vision mit Kahless oder mit dem eigenen Vater. Es gibt darüber hinaus auch die Möglichkeit, im Kloster Boreth auf Visionssuche zu gehen. (TNG 142/143, TNG 149)

 

Vermutlich auf der Schwelle zum Erwachsen werden kommen junge KlingonInnen in das Alter der Aszension. Was genau dies bedeutet, ist unklar.

 

5.2 Ehe und Familie

Rituale im Erwachsenenalter drehen sich in der klingonischen Religion in erster Linie um die Familie, die überhaupt einen hohen Stellenwert hat.

 

Der wichtigste Ritus ist dabei vermutlich der Hochzeitsritus, für den verschiedene Formen überliefert sind. In der einfachsten Form schwören sich die beiden Betroffenen einen Schwur, der sich um die klingonische Phrase jiH'dok, was soviel wie 'mein Blut' bedeutet, dreht. ZeugInnen sind dabei nicht nötig (TNG 81).

 

Daneben gibt es aber auch eine aufwendigere Form, die in der Regel dann zur Anwendung kommt, wenn wichtige Häuser im Spiel sind, weil eine Hochzeit für eine Frau auch die Aufnahme in ein neues Haus bedeutet. Im Vorfeld muss sich die Braut deshalb einer Prüfung durch die zukünftige Schwiegermutter unterziehen, die u.a. das Durchführen ausgewählter Rituale und das Abprüfen der Familiengeschichte umfasst.

 

Jadzia vor ihrer Hochzeit

In der selben Zeit begibt sich der Bräutigam zusammen mit seinen besten Freunden auf eine Reise namens Kal'Hyah, Pfad der Klarheit. Zu dieser Gruppe gehört auch der Tawi'Yan, der Schwertträger während der eigentlichen Hochzeitszeremonie.

 

Kal'Hyah

Alle betreten den vorgesehenen Raum in ritueller Kleidung und bekommen einen ma'Staka überreicht, einen Holzstock mit einem Stein am oberen Ende. Diese Stöcke kommen nach der Hochzeitszeremonie zur Anwendung und erinnern an die Hochzeit von Kahless und Lukara, die kurz nach der Zeremonie von den Truppen des Molos angegriffen wurden. Das Kal'Hyah erstreckt sich über vier Nächte und wird durch ein spezielles Lied für Kal'Hyah eingeleitet. In dieser Zeit unterwerfen sich alle Beteiligten einem strengen Fasten. Es sind verschiedene Prüfungen zu absolvieren: Entsagung, Blut, Schmerz, Opferbereitschaft, Angst und Tod.

 

Die eigentliche Hochzeit wird von der Mutter des Bräutigams durchgeführt. Sie erzählt, begleitet von den zeremoniellen Hochzeitstrommeln, die Geschichte von der Erschaffung des klingonischen Herzens, welches nicht alleine bleiben konnte, weshalb ein zweites geschaffen wurde. Diese beiden Herzen schlugen nun zusammen so stark, dass sie sogar die Götter vernichten konnten (vgl. das Kapitel mit den religiösen Texten). Während diese Geschichte erzählt wird, bringt der Tawi'Yan zwei Schwerter und das Brautpaar tritt zu einem symbolischen Kampf an. Danach schwören Braut und Bräutigam, dass ihre Herzen füreinander schlagen und schließen damit die Ehe. Das Ritual ist beendet mit einem symbolischen Angriff der Gefährten des Bräutigams in Anlehnung an die Legende von Kahless und Lukara. (DS9 131)

 

Hochzeitsritus

Eine klingonische Ehe kann geschieden werden, wenn eine der beteiligten Personen der anderen vor mindestens einem Zeugen ins Gesicht schlägt und eine Trennungsformel ausspricht (DS9 49).


Des weiteren gibt es einen speziellen Ritus Namens R'uustai, der zwei Menschen zu Brüdern macht und wird u.a. dann durchgeführt, wenn ein Kind seine Eltern verloren hat (TNG).

 

5.3 Tod und Sterben

Sonchi-Ritual

Wenn eine Klingonin oder ein Klingone stirbt, führen die anwesenden Krieger ein Ritual durch, bei dem sie einen Todesschrei ausstoßen, der signalisiert, dass nun bald ein ehrenvoller klingonischer Krieger oder eine ehrenvolle Kriegerin nach Sto-Vo-Kor kommt (TNG 20, TNG 81, DS9 150). Manchmal wird auch eine Totenwache, das A'quo, durchgeführt. Sie dient dazu, Raubtiere vom Verstorbenen fern zu halten, damit seine Seele unbeschadet nach Sto-Vo-Kor gehen kann (DS9 100). Besondere Bestattungsrituale sind nicht bekannt. Im Sonchi-Ritual, dass jedoch nicht immer ausgeführt wird, wird der Tod einer Person dadurch festgestellt , dass diese einem Schmerzstab ausgesetzt wird (vgl. nebenstehendes Foto).

 

Wird eine Klingonin oder ein Klingone so verletzt, dass sie oder er nicht mehr ehrenvoll sterben kann, wird das Hegh'bat durchgeführt, ein ritueller Selbstmord, zu dem der älteste Sohn oder ein guter Freund das Messer bringt und es anschließend aus dem Leichnam zieht (TNG 116).

 

In Erinnerung an die Vergänglichkeit des Lebens führen KlingonInnen bei verschiedenen Anlässen eine Teezeremonie durch, bei der ein Tee getrunken wird, der für den klingonischen Körper giftig ist (TNG 44).

 

 


1. Einleitung
3. Heilige Schriften
5. Passageriten
7. Klöster und Orden
2. Gottheiten, Messiasgestalten
und religiöse Führer
4. Jenseitsvorstellungen
6. Regelmäßige Feste
und Riten
8. Reliquienkult