2. Gottheiten und religiöse Führer

 

Wenn ein Ferengi betet, richtet er sein Gebet an den Heiligen Fiskus (vgl. auch Kap. 6 ). In der Regel geht es dabei um Bitten bezüglich des Profits. Welche Funktionen dieser Gottheit sonst noch zugesprochen werden, ist nicht bekannt.

 

Des weiteren spielt in der Religion der Ferengi das "Große materielle Kontinuum" eine wichtige Rolle. Dieses scheint die Macht zu sein, auf die ein Ferengi sowohl die Schöpfung seiner Welt und des Lebens als auch den ewigen Fluss des Profits zurückführt (vgl. DS9 156 und DS9 174).

 

Der religiöse und politische Führer auf Ferenginar ist der Große Nagus. Der erste Große Nagus war der Große Nagus Gint. Er lebte vor gut 2000 Jahren und auf ihn gehen die Erwerbsregeln zurück, auf deren Grundlage ein Ferengi bis heute seinen Profit erwirtschaftet.

 

Die Aufgabe eines Großen Nagus ist die Führung seines Volkes in allen Angelegenheiten, besonders in denen des Profits. Damit ist er der mächtigste Mann auf Fernginar (DS9 118). Seine Rolle fasst der Große Nagus Zek (vgl. Bild) während der Übergabe des Amtes an den neuen Großen Nagus Rom wie folgt zusammen:
"Ein Nagus muss durch die Gewässer des großen materiellen Kontinuums navigieren, den untiefen des Bankrotts ausweichen und die starken Windes des Wohlstand suchen."
(DS9 174)

Großer Nagus Zek

 

Der Amtssitz des Nagus ist der Handelsturm auf Ferenginar (DS9 147). Er selbst wohnt in einer in der Nähe befindlichen Residenz, die durch ihren übermäßigen Luxus auffällt (DS9 174). Als äußeres Zeichen seiner Macht führt er ein Zepter mit sich, an dessen oberem Ende sich ein goldenr Kopf befindet. Dabei handelt es sich entweder um ein Abbild des ersten Großen Nagus oder um eine Darstellung des Heiligen Fiskus. Seine Ergebenheit gegenüber dem Großen Nagus bezeugt ein Ferengi, indem er vor ihm auf die Knie fällt und das Zepter küsst (z.B. DS9 147). Ähnliche Ehrenbezeugungen erfahren in der römisch-katholischen Kirche hohe Würdenträger. Die Anwesenheit des Nagus ist nicht unbedingt von Nöten; das Machtsymbol allein reicht zum Beweis der Autorität des Nagus (vgl. VOY 46).

 

Im Normalfall bestimmt der Nagus seinen Nachfolger im Amt selbst und übergibt ihm die Insignien der Macht (so DS9 11 und DS9 174). Der Nachfolger kann, muss aber nicht der Sohn des Nagus sein. Wird ein Nagus seines Amtes enthoben, bestimmt die Oberste Handelsbehörde einen Nachfolger (DS9 147). Als eine seiner letzten Amtshandlungen beschnitt der Große Nagus Zek die Macht eines Nagus. Dieser gilt zwar weiterhin als der wichtigste Mann im Lande, seine Regelungen müssen jedoch erst vom Kongress angenommen werden, bevor sie Gesetzeskraft erlangen (DS9 174).

 


1. Einleitung
2. Gottheiten und religiöse Führer
3. Heilige Schriften
4. Jenseitsvorstellungen
5. Passageriten
6. Regelmäßige Riten und Feste